Freitag, Juli 31, 2009

Ich werde älter

Aus gegebenem Anlass wollte ich mich eigentlich Trost und Verständnis suchend darüber auslassen, wie alt ich doch mittlerweile bin. Leicht jammernd wollte ich davon berichten, wie viele bekannte Menschen unseres täglichen Lebens jünger sind, aber mehr erreicht haben als ich. Mir fielen allerdings nur Enie van die Meiklokjes und Tokio Bill ein. Bei meinen (rudimentären) Recherchen stellte sich dagegen heraus, dass sogar ein Brad Pitt älter ist als ich. Ja selbst Ricky Martin hat mehr Jahre auf dem Buckel. Okay, Frank Muniz, der Typ aus „Malcolm mittendrin“ ist jünger, aber all meine Idole aus Film und Fernsehen sind älter.

Dafür sind Elisha Cuthbert (Schnuckel aus 24), Alexis Bledel (Schnuckel aus Gilmore Girls), Evengeline Lilly (Schnuckel aus Lost), Portia de Rossi (Schnuckel aus Ally McBeal) und Charlize Theron (Schnuckel aus jedem Film außer Monster) jünger als ich. Aber das geht in Ordnung, schätze ich.

Ich stehe also gar nicht so schlecht da. Und letzten Endes habe ich ja als Mann den Vorteil, nicht älter, sondern nur interessanter zu werden. Stimmt’s nicht, ihr jungen Dinger?


Donnerstag, Juli 30, 2009

Aus dem Schlafzimmer



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Ganz schön geil.


Betroffen oder nicht?

Geht es nur mir so oder stinkt euch auch dieses heuchlerische Betroffenheitsgetue in deutschen Boulevard Magazinen? Natürlich müssen diese Sendungen jeden Tag aufs Neue Material heranschaffen, und natürlich muss die Palette der Themen von superlustig bis schrecklich grausam reichen. Natürlich kommen jeden Tag in Deutschland ganz ganz herzige Hundewelpen zur Welt und ein Kamerateam ist stets vor Ort. Natürlich verschwindet in Deutschland täglich irgendwo ein Kind oder wird tot und misshandelt aufgefunden, stets mit dem Kamerateam dabei.

All das ist ja verständlich (und schon schrecklich genug). Aber wenn die Moderatorin der Sendung eben noch lächelt und sich strahlend über die Welpen auslässt um im nächsten Moment noch schlechter als jeder Seriendarsteller ihren Gesichtsausdruck von happy auf betroffen umstellt und die Stimme senkt, als müsse sie ein Weinen unterdrücken, kommt mir die Galle hoch.

Ist es denn nicht möglich, diese Sendungen so zu strukturieren, dass nicht schreckliche Meldungen direkt an schöne Meldungen anschliessen? Könnte man zwischen den Beiträgen nicht einen Trenner einfügen, damit man dieses lächerliche, im Grunde schon verhöhnende Gebaren der Moderatorinnen nicht miterleben muss?

Bitte keine Kommentare dazu, dass ich mir solche Sendungen ja nicht anschauen muss. Mir fiel das nur beim letzten Gezappe auf, wo ich Unterhaltung während meines Mittagessens suchte. Und kaum irgendwo zeigt sich die Oberflächlichkeit und der Zynismus des deutschen Fernsehens besser als in diesen kurzen Momenten.

Also liebe Blitz, Sam, Taff etc. Moderatoren: versucht euch doch mal ein wenig in Neutralität. Denn eines ist gewiss, die Beiträge (ob die neutral sind, wäre schon die nächste Frage) sprechen meist ohnehin für sich und ihr seid damit ohnehin überflüssig.

Ich glaub bei meinem nächsten Mittagessen kuck ich die Tagesschau.

Mittwoch, Juli 29, 2009

Buy bye

Der Tabakladen im Braunschweiger Hauptbahnhof wollte vermutlich im Angesicht des „Service Points“ und des „Ticket Terminals“ seine Internationalität ein wenig unterstreichen. Zu diesem Zweck stellten die Betreiber eine Werbetafel vor ihr Geschäft, die in großen Lettern und in englischer Sprache von einer bemerkenswerten Aktion kündete. „Buy 1 get 2nd half Price.“

Dann allerdings müssen sich die Aufsteller gedacht haben, dass Braunschweig vielleicht doch nicht so kosmopolitisch ist und der gemeine Pfeifenraucher vielleicht nicht so viel Englisch versteht, womit dieses Plakat schier Geschäftsschädigend sein könnte. Also schrieb man den Text übersetzt und etwas kleiner darunter. Und als wäre das nicht schon lächerlich genug (denn man hätte es ja gleich auf Deutsch schreiben und auf das Achsointernationale verzichten können) bekommt die Übersetzung auch noch eine unbedeutende neue Information dazu. Denn anders als im Englischen besteht der deutsche Werbetext darauf, dass man das zweite preiswertere Zippo zum halben Preis bekommt. Aha!

Also liebe Tabakleute, warum schreibt ihr nicht gleich eure Botschaft in der Landessprache und schafft es damit auch zu sagen, was ihr sagen wollt? Wozu das globale Getue, bloß weil ihr euren Laden in einem Bahnhof habt? Einen Bonus bekommt ihr zumindest für das stilisierte Streichholz in dem Wort Zippo.

Dienstag, Juli 28, 2009

Tornados in Afghanistan

Als ich in der Zeitung die Überschrift las, die Bundesregierung wolle Tornados nach Afghanistan schicken, dachte ich, man hätte damit einen Weg gefunden, sich in Zukunft vor Orkanen wie Kyrill zu schützen – indem man sie einfach deportiert.

Die Free-Refill-Frage

Zunächst solltet ihr die Überschrift fünf mal schnell hintereinander aufsagen, ohne euch zu verhaspeln. Und dann könnt ihr mir mal folgende Beobachtung erklären: In vielen Fast-Food-Restaurants gibt es mittlerweile Free-Refill-Aktionen. Was nichts anderes bedeutet, als der immer während mögliche Gang zum Getränkeautomaten, um seinen Becher wieder aufzufüllen.

Als ich vor kurzem allerdings im Subway saß und an meinem Sandwich kaute, fiel mir auf der Karte auf, dass man kleine, mittlere und große Becher kaufen kann. Der große Becher ist tatsächlich 90 Cent teurer und nimmt einen halben Liter mehr Flüssigkeit auf. Nun frage ich mich, wieso es unterschiedlich große Becher gibt, zu unterschiedlichen Preisen, wenn ich doch jeden immer wieder nachfüllen darf. Schön blöd müsste ich sein, den 0,9l Becher zu erstehen, anstatt einfach den günstigeren 0,4l Becher zu wählen und einmal mehr zum Automaten zu gehen. Kann man denn wirklich so faul sein, dass man lieber den großen Becher bezahlt (und auch wenn man diesen auffüllt, könnte man die gleiche Menge mit mehreren 0,4 Bechern erreichen – ihr versteht schon worauf ich hinaus will)?

Oder geht Subway einfach davon aus, dass die meisten Kunden sich über so etwas gar keine Gedanken machen, sich den großen Becher schnappen, weil sie Durst haben und gar nicht free refillen wollen?

Vielleicht mache nur ich mir über so etwas Gedanken. Und jetzt weiter die Überschrift wiederholen.

Montag, Juli 27, 2009

oJE

Letztens stand ich im O2 Shop meines nicht mehr vorhandenen Vertrauens. Eine Frau kam in den Laden und fragte den Verkäufer: "Was ist denn besser? D1 oder D2?" Der Verkäufer blickte sie zunächst ratlos an und erklärte dann, dass sie sich in einem O2 Shop befände. Die Frau sah ich um, sagte "Oh." Und gleich darauf "Und was ist nun besser? D1 oder D2?" Ich grinste. Der Verkäufer fragte, wo sie denn wohne, und da sie wohl im tiefen Harz beheimatet war, riet er ihr zu D1, wegen der hohen Netzabdeckung. Die Frau verließ das Geschäft und ich fragte mich, ob man solche Verkäufer bei sich arbeiten lassen sollte. Schließlich wäre es doch seine Aufgabe gewesen, die Frau von O2 zu überzeugen. Nicht zuletzt, weil O2 einen Partnervertrag mit T-Mobile hat und man im Grunde überall ein Netz zu gleichen Konditionen bekommt, wo O2 und D1 verfügbar ist – nur mit günstigeren Tarifen (nein nein, ich möchte hier jetzt keine Werbung machen, auch wenn ich grad in der Homezone sitze).

Außer mir hat das aber wohl niemand mitbekommen und der Vertriebsprofi arbeitet noch immer dort…

Sonntag, Juli 26, 2009

Verdammt, wo ist mein Auto?

Ich finde es toll, wenn Politiker mit gutem Beispiel voran gehen. Echt.
Ich frage mich allerdings warum das in Deutschland so selten vorkommt.

Im Radio habe ich grade gehört, dass gemeine Diebe unserer Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt [während ihres einwöchigen Urlaubs in Alicante an der spanischen Ostküste] ihren Dienstwagen gestohlen haben. Und der war gar nicht mal so billig.

Ich freue mich, dass ich unseren Staatsköpfen mal wieder mit meinem Steuergeld einen erholsamen Trip ermöglichen konnte. Und gerne stelle ich ihnen auch anteilig eine neue S-Klasse vor die Tür. Denen geht's ja sonst so schlecht. Stressiger Alltag und ständig eine neue Diät. So ein paar Tage Sonne und Sangria tun denen einfach mal gut. Einfach mal abschalten. Ne?

Liebe Frau Schmidt, ich finde es gut, wenn Sie Ihren Wagen nach ein paar Tassen Sangria an der Strandbar stehen lassen [war Ihr Chauffeur eigentlich auch im Urlaub?]. Immerhin haben Sie ein Zeichen für unsere trichtersaufende Jugend gesetzt [ich habe mich in meiner Jugend übrigens lieber ans Dosenstechen gehalten]. Don't dink and drive. Sehr gut. Diese Devise passt ja auch fabelhaft zu Ihrem Amt. Sie haben quasi authentisch gehandelt.

Aber mal ehrlich. Ist Ihnen das jetzt nicht ein wenig peinlich? Also mir würde sich an Ihrer Stelle echt der Magen umdrehen. Doch vermutlich würde ich das auch erst bemerken, nachdem ich den durch den letzten Sangria veruraschten, alkoholgeschwängerten Tunnelblick verloren habe [und diese Tatsache beziehe ich jetzt ausschließlich auf meine Trinkgewohnheiten unter Spaniens Sonne].

Wie kommen Sie jetzt eigentlich zurück? Müssen Sie Montag nicht wieder im Büro sein? Kann ich Ihnen meine Hilfe anbieten? Darf ich Ihnen Flugticktes für Sie und Ihre Begleitungen zustellen lassen? Business Class versteht sich. War Ihr Wagen eigentlich schon bezahlt? Wenn nicht, könnten wir auch darüber reden, dass ich die restlichen Leasingraten übernehme. Keine Sorge. Ich helfe gerne und bin diskret. Es bliebe also unter uns. Ein Skandal so kurz vor den Bundestagswahlen reicht ja auch, oder?

Samstag, Juli 25, 2009

Haribo - das reimt sich so

Wer kennt den uralten Haribo Werbereim nicht? „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Den kann vermutlich jeder textsicher mitsingen. Genau wie auch den Bonduelle Song, der jetzt übrigens einen leicht abgewandelten Text hat und nicht mehr „Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose“ heißt. Bestimmt gibt es sogar ein paar frühere Fernsehjunkies, die das Ültje Lied noch im Ohr haben: „Kaum steh ich hier und singe kommen sie von nah und fern“ usw.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte, war meine heutige Entdeckung auf einer Haribo Happy Cherries Tüte. Da steht der markige Reim nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Französisch. Und siehe da – auch in diesen Sprachen hat man sich einen Reim darauf gemacht.

„The Happy World of Haribo – Kids and Grown-Ups love it so“ und „Haribo c’est beau la vie pour les grands et les petits“. Ist das nicht goldig? Und es passt sogar noch zur Melodie.

Ich wüsste zu gerne, ob es das auch noch in anderen Sprachen gibt (die ich dann natürlich gar nicht mehr verstehen würde). Außerdem interessiert mich, wie man in Frankreich und England das Wort Haribo ausspricht. ‘aribo und Harry Boe vielleicht?

Salat mit Thunfisch und Thunfischsalat

Kennt ihr eigentlich den semantischen Unterschied zwischen Thunfischsalat und Salat mit Thunfisch?

Nach einem schönen Schwimmbadbesuch kehrten wir bei einem Italiener ein und ich bestellte, aus mangelndem Hunger und erwachtem Gesundheitsbewusstsein, einen Thunfischsalat. Erwartet hatte ich eine Schüssel mit leckerem grünen Salat, vielleicht hier und da eine Tomate, ein bisschen Zwiebel, möglicherweise eine leckere weiße Soße dazu und… einige Brocken Thunfisch. Bekommen habe ich einen Teller mit einem Haufen breiiger Thunfischmasse, garniert mit etwas Petersilie und einigen Zwiebelstückchen. Kann sich jemand an den Mr.Bean Sketch erinnern, in dem er aus Unwissenheit in einem Restaurant Tartar bestellt? Ungefähr so saß ich ebenfalls vor meinem Gericht.

Ich fragte die Bedienung, ob das wirklich mein Salat sei und sie bestätigte es mit den Worten „Ich dachte mir schon, dass Sie sich was anderes darunter vorgestellt hatten. So machen die Italiener eben Thunfischsalat. Ich wollte Sie eigentlich warnen.“

Hat sie aber nicht. Und diese Erklärung half mir nun auch nichts mehr. Ich hatte ihn bestellt, musste ihn bezahlen und die Kellnerin musste sich nicht wundern, für die eingestandene unterlassene Hilfeleistung kein Trinkgeld zu bekommen. Ein Thunfischsalat ist eben kein Salat mit Thunfisch. Wieder was gelernt.